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 [Itw] mit Akkordarbeit - "Husum brennt" 06.07.2010 (deutsch, english version)

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Sisol
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PostSubject: [Itw] mit Akkordarbeit - "Husum brennt" 06.07.2010 (deutsch, english version)   Wed 7 Jul - 19:41

Interview auf Akkordarbeit - 06.07.2010 http://akkordarbeit.wordpress.com/2010/07/06/husum-brennt-vierkanttretlager-im-interview/

"Husum brennt"

Husum, diese graue Fleck an der Nordseeküste, unweit vom Promi-Inselreich Sylt und von Berlin aus gesehen schon fast in Dänemark. Husum hat viel, vieles von dem sich Leute nur Schlechtes erzählen und noch viel mehr worüber diese Leute gar nichts wissen. Husum ist auch die Heimat der Band Vierkanttretlager. Von Vierkanttretlager weiß kaum einer in Deutschland was, nicht mal die Leute die schlecht von Husum sprechen, dabei ist die Band eines der besten Sachen, die die Stadt am Watt zu bieten hat.

Vier junge Männer mischen kräftig die regionalen Jugendzentren auf, haben erfolgreiche Auftritte in der Norddeutschen Nachbarschaft und wurden sogar schon bei Berliner Independent-Radiosender MotorFM erwähnt. Dabei ist der Vierer nicht mal 20 Jahre im Durchschnitt und neben der musikalischen Karriere muss auch noch die Bildungskarriere beendet werden. Vor kurzem dann die Veröffentlichung ihrer EP „Penzion Kanonir“.

Musikalisch bewegen sich die Songs zwischen Indie-Pop-Bands der Hamburger Schule und Alternative-Bands der englischen Szene-Schuppen. Eigentlich schon eine gute Grundlage und durch die Aufnahme des Lokalmatadors im Instrumentenkasten – das Akkordeon – wirkt alles schön bodenständig. Die Texte haben Köpfchen wirken dabei aber nicht verkopft, also die perfekte Musik zum Freunden vorspielen und in entspannter Atmosphäre zu genießen.

Gute Rezensionen enden ja in der Regel mit einer tollen Bewertung des Albums, doch richtig gute enden mit einer Stellungnahme der Band zu ihrem Machwerk. Deswegen hier nun im Interview mit akkordarbeit die neuen Hoffnungsträger der Husumer Musikwelt, Vierkanttretlager. Applaus Applaus Applaus.

Das Highlight einer „klassischen“ Schülerband ist der Auftritt auf dem eigenen Abiball, Vierkanttretlager haben es jedoch schon nach Berlin zur FritzNacht der Talente in den Admiralspalast geschafft. Was macht eine junge Band aus Husum so „taff“ im Vergleich zur restlichen Republik?
Vierkanttretlager: Man sagt den Menschen von der Westküste nach, sie wären sich sehr klar in ihren Meinungen und Vorstellungen, der Wind habe vieles weggeweht, oft bliebe schwarz weißes Denken. Das wird dann mit Sturheit betitelt oder Verschlossenheit. Doch abseits davon macht diese Entscheidung für einen klaren Weg vieles einfacher. Aber das wäre mit Klischees argumentiert, ich denke in Wahrheit sind Fokus und Bodenhaftung kein Alleinstellungsmerkmal des Nordens. Taff ist nun aber angesichts dessen nicht das richtige Wort, schließlich sehen wir unser Schaffen nicht wie einen Kampf. Wir machen einfach mal.

Wenn man von der Küste kommt, darf natürlich auch das Akkordeon nicht im Repertoire einer Band fehlen. Ist das eine Jugendsünde – nach dem Motto: „Mein erstes Instrument war Akkordeon“ – oder mausert sich das Schifferklavier zum geheimen Szene-Tipp?
Vierkanttretlager
: Tatsächlich rührt unsere Beziehung zum Instrument vor allem daher, dass unser Bassist Momme schon früh gelernt hat, es zu spielen. Ich halte es jedoch keineswegs für eine Jugendsünde, ich denke, mit einem Akkordeon kann man wunderbare Musik machen. Leider auch sehr schreckliche, aber wahrscheinlich ist Volksmusik die Rache des Akkordeons dafür, dass es in der Popmusik nur selten eine Rolle spielen durfte.


Mit eurer aktuellen EP „Penzion Kanonir“ habt ihr den Grundstein für eine erfolgreiche Musikkarriere gelegt. Ist Musik für euch nur eine Nebenbeschäftigung, oder wie seht ihr die Zukunft der Band?
Vierkanttretlager
: Musik hat sehr unaufdringlich und spielerisch einen großen Platz in unser aller Leben eingenommen, bei dem einen oder anderen wohl einen Platz der deutlich größer ist, als es der der Schule jemals war. Ich denke, dass diese wunderbar schmalzige Formulierung wohl am besten dazu passt. Wir hoffen noch lange Musik machen zu können, gerne auch zusammen. Leider besteht natürlich die Gefahr, dass sich nach dem Abitur unsere Wege trennen, aber dem wirken wir ja gerade erfolgreich entgegen.

In seinem Gedicht „Graue Stadt am Meer“ beschreibt Theodor Storm Husum als wohl trostlosesten Fleck an der ganzen Nordseeküste, Vierkanttretlager sind der Beweis, dass es auch anders geht. Was gibt es sonst noch schönes in eurer Heimatstadt, was man als Tourist auf Durchreise unbedingt mal gesehen haben sollte?
Vierkanttretlager
: Im Gedicht geht es tatsächlich um die Tristesse Husums, es schließt jedoch mit einer Strophe, in der Storm seine Liebe zur Stadt bekundet. Der Begriff Jugendzauber fällt dabei. Es hat in Husum immer junge Menschen gegeben, mit einem großen Hang zur Kunst. Böse Zungen würden sagen, weil man dort ja sonst nichts machen kann. Vielleicht stimmt das, aber ist Kunst nicht das Beste, was man machen kann? Kunst ist im eigentlichen Sinne, also im Sinne der Leistungsgesellschaft, nutzlos, sofern sie keine Erfolge feiert. Das ist es wohl, was sie für viele Jugendliche reizvoll macht, die sich oft zum Erfolg gescheucht fühlen. An andren Orten entlädt sich die Energie dieses Trotzes in Diskotheken, hier oft in Musik. Das ist was ich unter Storms „Jugendzauber“ verstehe. Es ist wert, ihn in Husum zu suchen und ich bin mir sicher, man wird ihn finden.

Letzte Frage, der „akkordarbeit-Klassiker“ im Interviewverlauf. Wenn ihr euch und eure Musik in fünf Worten beschreiben müsstet, welche würden es sein?
Vierkanttretlager
: Wahr, Offen, Tragischkomisch, Salzig, Pfiffig.

Da kommt sie nun doch noch, die Rezension. Eines kann man vorab sagen, mit Vierkanttretlager erwartet uns auch in den nächsten Jahren eine beachtenswerte frische junge Band, die das Potenzial zu mehr – wesentlich mehr – hat. Wer also die Chance hat, sie einmal bei einem Konzert zu besuchen, sollte die unbedingt tun. Wer nicht die Chance hat, der fährt einfach gleich mal nach Husum und besucht die Jungs.
Punkt: neun von zehn

Ahoi.

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"Sans la musique la vie serait une erreur." Friedrich Nietzsche


Last edited by Sisol on Mon 2 Aug - 10:43; edited 3 times in total
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PostSubject: ( ENGLISH TRANSLATION )   Sat 10 Jul - 1:46

Ladies and gentleman. I'm proud to present the english translation of this interview Very Happy BUT, THE TRANSLATION ISN'T REALLY EXACT, AND SOME EXPRESSIONS ARE CHANGED /!\
Mesdames et messieurs, je suis fiere de vous presenter la traduction anglaise de l'interview Very Happy MAIS ELLE N'EST PAS EXACTE ET QUELQUES EXPRESSIONS SONT CHANGEES /!\


" Husum is burning "

Husum, this gray city on the coast of the North sea, not for away from famous Sylt islands and the view of Berlin, it's near Danemark. Husum is really, really commented, with his evil people, and so much about those normal people. Husum is also the home town of the band Vierkanttretlager. Vierkanttretlager, not really famous in Germany, not even around the people from Husum, even if this band is maybe the best thing that's bring to the Watt.

Four young boys mix to the regional youth centers, have successful performances in the north German neighborhood and they were even mentioned in Berlin MotorFM Independent radio station. The boys are not even 20 years old yet and with their musical career, they also have to end high school. Recently, came the EP " Penzion Kanonir ".

Musically, the songs are a mix between the indie-pop bands from Hamburg and alternative bands from the English scene. Actually, the result of this mixing is pretty good and even with an extra - the accordion - all seems to be well grounded. The lyrics have sense, but at the same time are not so intellectual : the perfect music to play with friends, and enjoy in a relaxed atmosphere.

We've got good reviews like always with great guest on the album and a great job from the band on the EP. So here's now an interview with the new hope of Husum, Vierkanttretlager. Applause.

The highlight of a "classical" school band is the appearance at the prom, but Vierkanttretlager have already managed to Berlin to Fritz Night of talents in the Admiral's Palace. What does a young band from Husum so "tough" compared to the rest of the republic?
Vierkanttretlager: They say that the people from the west coast are very clear in their opinions and ideas, the wind had blow away a lot and often reminds us the black and white thinking. This is then entitled like stubbornness or reserve. But apart from it makes the decision much easier. But that would mean with cliches, I think the truth is focused and don't grip unique selling point in the North. Taff it's not the right word, after all, we do not see our work as a fight. We care.

Coming from the coast, of course, the accordion is not missing in the repertoire. Is that your youth side - along the lines : " My first instrument was an accordion " - or the secret succes on stage mixed with a piano?
Vierkanttretlager: In fact, the presence of the accordion in the band is due of the fact that our bassist Momme learned early to play it. It's not a youthful mistake, I think that we can make beautiful music with an accordion. Unfortunately, the presence of an accordion in the pop music is rarely.

With your current EP " Penzion Kanonir " you have a chance for a successful music career. Is music only a hobby for you, how do you the future of the band?
Vierkanttretlager has taken a really important place in our lives, for one or for other, the band is probably most important than school or whatever it is. We hope to be able to make music as long as we can, all together. There is a danger to separate us after high school, but we're trying to succeed and stay together.

In this poem " Gray City by the Sea " Theodor Storm Husum describes the most desolate spot on the North Sea coast, Vierkanttretlager is the proof that there's another way. What else we can find in your beautiful town, what shouldn't we miss in Husum?
Vierkanttretlager : The poem is actually about the darkness of Husum, but is shows also Theodor's love for the city. The term youth is magic here. There has been always young people to hang with big art. Bad people say that there's nothing to do with the art. Perhaps it's true, but isn't art the best thing you can do? Art is in it's true sense a term of meritocracy, useless, if they don't use their success. The success is probably what seems so attractive to many young people.

Last question, the "working-chord classic" progress in the interview. If you had to describe you and your music with five words, what would it be ?
Vierkanttretlager: True, Open, Tragic and comic, Salty, very Smart.

So, the review is at it's end. One thing to say : We'll hear about Vierkanttretlager a lot in the future, a remarkable fresh young band with a potential. Whoever has the opportunity to visit them at a concert, should go.
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